Im deutschen Markt bestehen für Unternehmen hohe Mindestanforderungen an Sozial- und Umweltstandards. Anders sieht dies entlang der meisten Wertschöpfungsketten aus: Aufgrund nicht durchgreifender Gesetze oder fehlender Mindeststandards, treten bei der Rohstoffgewinnung und bei vielen Zuliefererbetrieben teilweise sehr hohe menschenrechtliche Risiken auf.

Diese zu identifizieren und geeignete Präventiv-Maßnahmen abzuleiten, ist eine schwierige Aufgabe: Die Lieferketten vieler Unternehmen sind komplex, Prozesse intransparent, die Rahmenbedingungen vor Ort sehr unterschiedlich und Einflussmöglichkeiten für deutsche Unternehmen begrenzt. Wie die Grafik unten zeigt, gibt es derzeit einen hohen Erwartungsdruck von vielen Stakeholder-Gruppen.

Um die Menschenrechtssituation entlang der Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen zu verbessern, hat die Bundesregierung Ende des Jahres 2016 den Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (kurz: NAP) im Bundeskabinett verabschiedet. Mit dem NAP formuliert sie eine eindeutige Erwartung an die deutsche Wirtschaft: Mindestens die Hälfte aller Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten soll bis 2020 ihre menschenrechtlichen Risiken analysiert, hierzu Maßnahmen entwickelt und umgesetzt sowie darüber berichtet haben. Bereits ab diesem Jahr wird die Bundesregierung den Umsetzungsstand auf Unternehmensseite anhand von Stichproben überprüfen. Wird das 50%-Ziel verfehlt, sollen die Vorgaben des NAP in ein verbindliches Gesetz überführt werden.

Auch wir bei Scholz & Friends Reputation haben bereits Ansätze und Prozesse entwickelt, wie Unternehmen diesen regulatorischen Anforderungen effizient, aber auch effektiv begegnen können. Für die Praxis wird zudem der Austausch von Erfahrungen hilfreich sein. Zu diesem Zweck bereiten wir derzeit ein geeignetes Format für interessierte Unternehmensvertreter vor. Sollten Sie Interesse an näheren Informationen haben, wenden Sie sich gerne an Thomas Sommereisen (thomas.sommereisen@s-f.com).